MPU schon ab 1.1. Promille

Sollte Alkohol am Steuer grundsätzlich tabu sein?

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass bereits ab 0,2Promille Entfernungen falsch eingeschätzt werden und die Konzentrationsfähigkeit sowie die Reaktionsfähigkeit deutlich nachlassen. Hierfür reicht schon ein Bier oder ein Glas Wein. Das wissen auch Versicherungen und übernehmen daher auch bei einem nicht selbst verursachten Unfall nur die Hälfte der Kosten. Dies wissen die wenigsten.

Allein 2019 kam es in Deutschland zu 35.000 Verkehrsunfällen durch Alkohol am Steuer. Bei14.000 Unfällen durch diese Trunkenheitsfahrten kam es zu 17.000 Verletzten und 228 Getöteten. Wer Alkohol trinkt sollte sich nicht ans Steuer setzen.

Ab 1,1 Promille gilt man als absolut fahrunfähig. Die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu verursachen ist zehnmal so hoch wie nüchtern. Wer sich trotzdem noch fahrfähig füllt und ohne Ausfallerscheinungen mit seinem Auto fährt muss jemand sein der regelmäßig hohe Mengen Alkohol konsumiert. Dies hat auch das Bundesverwaltungsgericht in einem aktuellen Urteil so gesehen und bei einer Fahrerin, die mit 1,3 Promille erwischt wurde, eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) angeordnet. Dies war bisher nur bei 1,6 Promille die Regel. Dieser Wert, ab dem eine MPU gefordert wird,  lag Anfang der 80iger Jahre noch bei 2,4 Promille. 2018 haben Gerichte 49.ooo Führerscheine wegen Alkohol bzw. Drogen am Steuer entzogen.

 

 

Zu was die Alkoholgewöhnung führen kann, zeigte sich 2005 bei einem Autofahrer in Frankreich, der mit fast 10 Promille unterwegs war. Im Jahr 2006 zogen litauische Beamte einen Autofahrer mit einem Atemalkoholwert von 8,4 Promille aus dem Verkehr. 2004 fuhr ein  Autofahrer in Hagen mit 5,9 Promille. Traurige Rekorde der Fahrten unter Alkoholeinfluss.

Da man mit Alkohol am Steuer nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährdet, sollte Alkohol am Steuer grundsätzlich tabu sein. Dann müsste, unabhängig vom Promillewert, bei jeder Fahrt unter Alkoholeinfluss geprüft werden, warum jemand nicht in der Lage war Alkoholkonsum und Autofahren zu trennen.  Auch der ADAC und die Deutsche Verkehrswacht  raten „Kein Alkohol am Steuer“. Leider gilt dies nur für Fahranfänger in der Probezeit und Personen unter 21 Jahre.  In Tschechien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei gilt die 0,0-Promillegrenze.

„Ich trinke keinen Alkohol, ich muss noch fahren“, warum ist das eigentlich so schwer. Kein Alkohol zu trinken, wenn man noch fahren muss, ist wesentlich einfacher als abschätzen zu müssen wieviel Alkohol man noch trinken kann um noch Auto zu fahren. Besser gleich das Auto zuhause lassen und öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Das schützt einen selbst und andere.

Günter Faßbender
Markgrafenstrasse 4
41515 Grevenbroich
Suchttherapeut
MPU-Berater
https://www.mpu-vorbereitung-gf.de
info@mpu-vorbereitung-gf.de

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